Wetter: Mehr Sonnenschein für die Schweiz

Zum heutigen Tag der Sonne lässt sich für Sonnenanbeter Gutes verkünden: Die Schweiz ist sonniger geworden.

Das gilt für alle Jahreszeiten und speziell für die Alpennordseite.

Nach einer ausgesprochen trüben Periode in den 1970er und 1980er Jahren hat die Sonnenscheindauer in der Schweiz wieder zugelegt. Nördlich der Alpen ist eine stetige Zunahme zu beobachten. Das vergangene Jahr 2022 war im Mittelland der Schweiz das sonnigste seit Messbeginn im ausgehenden 19. Jahrhundert.

Vor der trüben Periode in den 1970er und 1980er Jahren gab es nördlich der Alpen über mehrere Jahrzehnte recht stabile Sonnenschein-Verhältnisse. Sonniger war die Zeit vor 1900. In den letzten paar Jahren hat nun die Jahres-Sonnenscheindauer das höchste Niveau in der gesamten Messperiode erreicht.


Die Sonnenscheindauer im Schweizer Mittelland seit Messbeginn Ende des 19. Jahrhunderts. Berechnet wurde das Mittel der Messstandorte Genf, Neuchâtel, Bern, Basel, Luzern und Zürich. (MeteoSchweiz)

Im Süden früher mehr Sonnenschein

Auf der Alpensüdseite zeigt sich eine andere Entwicklung. Auch hier ist die trübe Periode in den 1970er und 1980er Jahren gut ersichtlich. Doch davor zeigte sich die Alpensüdseite sonniger als heute. Am sonnigsten war es zum Beginn der Messreihe vor mehr als 100 Jahren.

Ganz wesentlich ist aber die Feststellung, dass die Alpensüdseite auch heute deutlich sonniger ist als die Alpennordseite. In Lugano liegt der Jahresschnitt über 2100 Sonnenstunden, während das Mittelland heute im Jahresschnitt etwas über 1800 Sonnenstunden aufweist. Selbst in der trüben Periode in den 1970er und 1980er war es Lugano im Mittel sonniger als heute im Mittelland.


Die Sonnenscheindauer in Lugano seit Messbeginn Ende des 19. Jahrhunderts. (MeteoSchweiz)

Mehr Sonnenschein dank mehr Hochdrucklagen

Die Jahressonnenscheindauer wird vor allem über das Sommerhalbjahr gesteuert. Im Sommerhalbjahr sind die Tage länger und die sonnigen Tage tragen am meisten bei zur Jahressonnenscheindauer.

Im Sommerhalbjahr verzeichnete die Schweiz in den letzten Jahren rund 40 Tage mehr mit Hochdrucklagen im Vergleich zum Minimum in den 1970-er Jahren. Mehr als einen Monat mehr sommerliches Hochdruckwetter führt sicher zu einer höheren Sonnenscheindauer. Insofern ist die Änderung bei den sommerlichen Wetterlagen eine plausible Erklärung für die aktuelle Zunahme der Sonnenscheindauer in der Schweiz.


Anzahl Hochdrucklagen im Sommerhalbjahr April bis September über der Schweiz im verfügbaren Datensatz ab den 1950er Jahren. (MeteoSchweiz)

Sonniger Mittwoch

Das Wetter in der Schweiz wurde dem heutigen Namenstag gerecht: Abgesehen von morgendlichen Hochnebelfeldern und ein paar harmlosen Quellwolken herrschte heute uneingeschränkter Sonnenschein. Verantwortlich für das sonnige Wetter war ein kräftiger Höhenrücken über Westeuropa, welcher auf dessen Vorderseite grossräumiges Absinken der Luftmassen bewirkte. Damit wurde die Luft zunehmend abgetrocknet und erwärmt.


Sonnenscheindauer bis Redaktionsschluss (16 Uhr). Die Messwerte auf dem Hörnli (0.0) sind fehlerhaft. (MeteoSchweiz)

Weitere Informationen zum Tag der Sonne: dertagdes.de/jahrestag/tag-der-sonne


Viel Sonnenschein auch über dem Urnersee mit Blick auf den verschneiten Uri Rotstock. Dank sehr trockener Luft in der Höhe war die Fernsicht heute ausgezeichnet. Im Bildhintergrund zeigt sich der verschneite Uri Rotstock.

 

Quelle: Bundesamt für Meteorologie MeteoSchweiz / Mehr Sonnenschein für die Schweiz – MeteoSchweiz (admin.ch)
Titelbild: D. Köbele