Einbrecher schlagen Türscheiben ein: Sieben Massnahmen für mehr Sicherheit zu Hause
Einbrecher versuchen auf unterschiedlichen Wegen, in Wohnhäuser einzudringen. Türen mit Glasflächen, ungesicherte Fenster und schlecht geschützte Nebeneingänge können Schwachstellen sein. Auch tagsüber können Einbrüche stattfinden. Die Landespolizei Liechtenstein und Schweizer Polizeistellen empfehlen deshalb eine Kombination aus baulichem Schutz, aufmerksamem Verhalten und guter Nachbarschaft.
1. Türen mit Glasflächen besonders prüfen
Wird die Scheibe einer Türe eingeschlagen, kann der Zugang zum Schloss unter Umständen erleichtert werden. Entscheidend sind die gesamte Konstruktion, die Beschläge und die Art der Verglasung.
Lassen Sie insbesondere ältere Eingangstüren, Terrassentüren und Nebeneingänge fachlich beurteilen. Einbruchhemmende Verglasungen, geeignete Schliesssysteme und stabile Türbeschläge können den Widerstand gegen gewaltsames Eindringen erhöhen. Einzelne Sicherheitsprodukte sollten immer als Teil eines abgestimmten Schutzkonzepts betrachtet werden.
2. Fenster und Türen auch bei kurzer Abwesenheit verriegeln
Ein gekipptes Fenster ist kein wirksamer Einbruchschutz. Auch unverschlossene Nebentüren oder leicht zugängliche Kellerfenster können den Einstieg erleichtern.
Schliessen Sie deshalb sämtliche Fenster und Türen konsequent, sobald Sie das Haus verlassen. Kontrollieren Sie auch Garagenzugänge, Lichtschächte, Balkon- und Terrassentüren. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass eine kurze Abwesenheit Einbrecher abschreckt.
3. Anwesenheit mit Licht signalisieren
Dunkle Wohnungen und Häuser können in der Dämmerung einen unbewohnten Eindruck vermitteln. Eine gezielte Beleuchtung kann deshalb eine sinnvolle Ergänzung zum mechanischen Einbruchschutz sein.
Nutzen Sie bei Bedarf Zeitschaltuhren für die Innenbeleuchtung und Bewegungsmelder im Aussenbereich. Wichtig ist eine glaubwürdige Nutzung: Ein dauerhaft beleuchteter Raum allein bietet keinen verlässlichen Schutz. Licht ersetzt zudem keine gut gesicherten Fenster und Türen.
4. Keine Ersatzschlüssel im Freien verstecken
Schlüssel unter Fussmatten, in Blumentöpfen oder an anderen vermeintlich unauffälligen Orten sind ein erhebliches Sicherheitsrisiko.
Hinterlegen Sie Ersatzschlüssel stattdessen bei einer vertrauenswürdigen Person. Achten Sie zudem darauf, dass Schlüssel nicht durch einen Briefkastenschlitz, ein geöffnetes Fenster oder eine andere Öffnung erreichbar sind.
5. Abwesenheit nicht öffentlich bekannt geben
Öffentliche Beiträge in sozialen Netzwerken können unbeabsichtigt verraten, dass ein Haus über längere Zeit leer steht.
Veröffentlichen Sie Ferienfotos möglichst erst nach der Rückkehr. Bitten Sie bei längerer Abwesenheit eine vertrauenswürdige Person, den Briefkasten zu leeren und gelegentlich nach dem Rechten zu sehen. Vermeiden Sie sichtbare Hinweise darauf, dass niemand zu Hause ist.
6. Verdächtige Beobachtungen sofort melden
Unbekannte Personen, die sich auffällig für Hauseingänge, Fenster oder abgelegene Zugänge interessieren, können Anlass für eine polizeiliche Abklärung sein. Nicht jedes ungewöhnliche Verhalten ist jedoch ein Hinweis auf eine Straftat.
Die Landespolizei Liechtenstein ruft mit ihrer Präventionskampagne „Bei Verdacht – Anruf!“ dazu auf, verdächtige Feststellungen zeitnah zu melden. Bei einem akuten Verdacht auf einen Einbruch erreichen Sie die Polizei in Liechtenstein über die Notrufnummer 117. Versuchen Sie nicht, verdächtige Personen selbst zu verfolgen oder festzuhalten.
7. Nach einem Einbruch keine Spuren verändern
Eine eingeschlagene Scheibe oder eine aufgebrochene Tür kann ein Zeichen dafür sein, dass jemand gewaltsam in ein Gebäude eingedrungen ist.
Wenn Sie bei der Rückkehr Einbruchspuren feststellen, betreten Sie das Haus möglichst nicht und verständigen Sie die Polizei. Fassen Sie beschädigte Türen, Fenster und zurückgelassene Gegenstände nicht unnötig an. So können wichtige Spuren für die polizeilichen Ermittlungen erhalten bleiben.
Gut zu wissen: Ein wirksamer Einbruchschutz besteht aus mehreren aufeinander abgestimmten Massnahmen. Mechanisch gesicherte Zugänge, umsichtiges Verhalten und aufmerksame Nachbarn ergänzen sich. Kameras oder Alarmanlagen können zusätzliche Funktionen erfüllen, ersetzen aber keine einbruchhemmenden Türen und Fenster.
Praktischer Tipp: Gehen Sie einmal bewusst rund um Ihr Haus. Prüfen Sie besonders Nebeneingänge, Terrassentüren, Glasflächen und Kellerfenster. Notieren Sie mögliche Schwachstellen und lassen Sie sich bei Bedarf von einer qualifizierten Sicherheitsfachperson beraten. Bereits einfache Anpassungen können das Risiko eines Einbruchs verringern.
Weitere Informationen: Aktuelle Polizeimeldungen und Hinweise zum Thema Einbruch finden Sie auf Polizeinews.ch – Einbrüche. Zusätzliche Sicherheitstipps bietet Polizeinews Prävention.