(Zürich ZH). Seit den 60iger Jahren hatte die Stadtpolizei Zürich Polizeigehilfinnen, wie sie damals genannt wurden, im Einsatz.
Sie übernahmen in erster Linie die Verkehrsregelung in den damals noch verbreiteten Verkehrskanzeln, sowie administrative Arbeiten im Innendienst. Die Funktion gibt es heute so nicht mehr.
Das Wichtigste auf einen Blick
Rückblick: Polizeigehilfinnen bei der Stadtpolizei Zürich seit den 1960er-Jahren
Aufgaben: Verkehrsregelung und administrative Arbeiten
Arbeitsplatz: Verkehrskanzeln an stark befahrenen Strassen
Besuch: Ehemalige Mitarbeiterinnen treffen sich bei der Stadtpolizei
Besonderer Gast: Die 98-jährige Ruth
Wiedersehen: Treffen mit früheren Berufskolleginnen
Schöne Geste: Zwei junge Polizisten fahren Ruth nach Hause
Heute: Die frühere Funktion der Polizeigehilfin existiert so nicht mehr
Viele der damaligen Polizeigehilfinnen sind aber der Stapo über lange Jahre treu geblieben und statten uns auch heute gerne hin und wieder einen Besuch ab. Eine von ihnen ist die 98-jährige Ruth. Sie freute sich über das Treffen mit den ehemaligen Berufskolleginnen – und über die Heimfahrt zusammen mit den beiden netten jungen Polizisten.
Video: SRF / Schweiz aktuell – Die letzte Verkehrskanzel der Stadt Zürich wurde im September 2024 abgebaut.
Als die Polizei den Verkehr noch von kleinen Kanzeln aus regelte
Die Verkehrskanzeln gehörten jahrzehntelang zum Stadtbild von Zürich. Die kleinen, blau-weiss gestreiften Häuschen standen an wichtigen Verkehrsknotenpunkten und ermöglichten es den Polizeikräften, den Verkehr von einem erhöhten Standort aus zu regeln.
Solche Kanzeln gab es unter anderem am Bellevue, am Paradeplatz und beim Heimplatz. Mit weissen Handschuhen und Trillerpfeifen sorgten die Einsatzkräfte dafür, dass Autos, Velos und Fussgänger möglichst geordnet aneinander vorbeikamen.
Auch Polizeigehilfinnen übernahmen diese anspruchsvolle Aufgabe. Ihr Einsatz gehört zu einem wichtigen Kapitel der Zürcher Polizeigeschichte und erinnert daran, wie sich die Arbeit im öffentlichen Strassenraum über die Jahrzehnte verändert hat.
Drei spannende Fakten aus der Zürcher Polizeigeschichte
1. Verkehrskanzeln prägten das Stadtbild
Bereits in den 1950er-Jahren wurden an verschiedenen Verkehrsknotenpunkten kleine Kanzeln eingerichtet. Sie gehörten über Jahrzehnte zum vertrauten Bild der Zürcher Innenstadt.
2. Polizeigehilfinnen sind im Stadtarchiv dokumentiert
Das Stadtarchiv Zürich bewahrt historische Fotobestände zur Stadtpolizei auf. Darunter befinden sich Aufnahmen von Polizeigehilfinnen aus den Jahren 1963 und 1968.
3. Die letzte Verkehrskanzel verschwand 2024
Am 10. September 2024 wurde die letzte Zürcher Verkehrskanzel am Central abgebaut. Sie erhielt anschliessend einen neuen Platz im Polizeigebäude an der Förrlibuckstrasse im Kreis 5. Damit ging ein sichtbares Stück Stadtgeschichte zu Ende.
98 Jahre Lebenserfahrung – und die Verbundenheit bleibt
Das Wiedersehen der 98-jährigen Ruth mit ihren früheren Berufskolleginnen zeigt, dass die gemeinsame Zeit bei der Polizei auch Jahrzehnte später verbinden kann.
Besonders schön ist die kleine Geste zum Abschluss des Besuchs: Zwei junge Polizisten begleiteten Ruth auf ihrer Heimfahrt. So begegneten sich bei diesem Treffen nicht nur ehemalige Kolleginnen, sondern auch verschiedene Generationen der Stadtpolizei.
Historische Grundlagen: Stadtarchiv Zürich, Fotobestände der Stadtpolizei; SRF, 11. September 2024, Bericht zum Abbau der letzten Verkehrskanzel.
Quelle: Stadtpolizei Zürich (bearbeitet von Polizei.news)
Bildquelle: Stadtpolizei Zürich