Schweizer Armee: Bundesrat will 970 Millionen Franken für Luftverteidigung freigeben
Angesichts der verschärften Bedrohungslage und langer Lieferfristen bei Rüstungsgütern will der Bundesrat zentrale Investitionen in die Sicherheit beschleunigen.
Um Liefertermine für die Beschaffungen zur Luftverteidigung gemäss Armeebotschaft 2026 zu sichern, wird er dem Parlament einen Nachtragskredit von 970 Millionen Franken beantragen.
Die Finanzierung ist dank den besseren Ertragsprognosen des Bundes aufgrund höherer Einnahmen aus der Gewinnsteuer möglich. Zudem soll in den kommenden Jahren mit weiteren 100 Millionen Franken der Eigenschutz der Armee an über 60 militärischen Standorten gestärkt werden. Dies hat der Bundesrat an seiner Sitzung vom 19. August 2026 beschlossen.
Hybride Aktionen und Angriffe aus der Distanz sind die wahrscheinlichsten Bedrohungen für die Schweiz. Gleichzeitig fehlen der Armee die Mittel, um die Schweiz ausreichend vor Bedrohungen aus der Luft schützen. Hinzu kommt die angespannte Lage auf dem internationalen Rüstungsmarkt. Die Nachfrage ist stark gestiegen, Produktionskapazitäten sind auf Jahre ausgelastet und Lieferfristen verlängern sich. Hersteller verlangen zudem zunehmend substanzielle Anzahlungen. Ohne diese könnten sich dringend notwendige Beschaffungen um Jahre verzögern. Der Bundesrat schafft deshalb rasch die Voraussetzungen, um Bevölkerung, kritische Infrastrukturen und die Armee besser zu schützen.
Liefertermine sichern und Fähigkeiten rechtzeitig aufbauen
Mit dem Nachtragskredit von 970 Millionen Franken will der Bundesrat frühzeitig Produktionskapazitäten und Liefertermine für die Beschaffungen sichern, die mit der Armeebotschaft 2026 beschlossen werden. Vorgesehen sind diese Mittel, um Anzahlungen für die bodengestützte Luftverteidigung kleinerer Reichweite (250 Millionen Franken) und mittlerer Reichweite (650 Millionen Franken), für ein teilmobiles Radar mittlerer Reichweite (60 Millionen Franken) und für die Abwehr von Minidrohnen (10 Millionen Franken) zu leisten.
Die Anzahlungen sollen rechtzeitig die Lieferungen sowie den Aufbau und das Training der Einsatzverfahren für die bodengestützte Luftverteidigung ermöglichen.
Der Bundesrat hat das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS ermächtigt, diese Mittel im Rahmen der Botschaft zum Nachtragskredit II 2026 zu beantragen. Die Finanzierung ist dank den besseren Ertragsprognosen des Bundes aufgrund höherer Einnahmen aus der Gewinnsteuer möglich.
Sobald das Parlament die Beschlüsse gefällt hat – die Armeebotschaft 2026 voraussichtlich in der bevorstehenden Herbstsession und die Nachtragskredite in der Wintersession – kann der Bundesrat die Anzahlungen tätigen.
Eigenschutz der Armee stärken
Zusätzlich will der Bundesrat in den kommenden Jahren 100 Millionen Franken investieren, um die Sicherheit an über 60 militärischen Standorten zu stärken. Geplant sind unter anderem verbesserte Umzäunungen, Videoüberwachung, elektronische Zutrittskontrollen und Sicherheitsräume. Aufgrund der veränderten Sicherheitslage ist eine rasche Umsetzung dieser Massnahmen dringend notwendig. Sie sollen bis spätestens Anfang 2029 umgesetzt werden. Ein Entscheid erst mit der Armeebotschaft 2027 käme zu spät, um diese Zielsetzung zu erreichen. Deshalb wird der Bundesrat – ebenfalls im Rahmen der Botschaft zum Nachtragskredit II 2026 – dem Parlament einen Zusatzkredit zum Immobilienprogramm 2025 beantragen. Die Finanzierung erfolgt im Rahmen des bestehenden Budgets der armasuisse.
Quelle: Bundesrat
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